Elektroniker/in EFZ

Titel: Elektroniker EFZ / Elektronikerin EFZ (SBFI-anerkannt)
Option: technische Berufsmaturität

Elektroniker EFZ und Elektronikerinnen EFZ entwickeln und realisieren in Zusammenarbeit mit Technikern und Ingenieuren elektronische Schaltungen und Software für Mikrocomputer. Sie beschäftigen sich mit der Planung und Umsetzung von Projekten, wirken bei der Entwicklung von Software und Leiterplatten mit und helfen bei der Fertigung von Überwachungs- und Prüftechnik. Ihr genaues Tätigkeitsfeld unterscheidet sich dabei je nach Spezialgebiet und Grösse des Betriebs, in dem sie beschäftigt sind, sowie je nach Abteilung, in der sie eingesetzt werden.

Planung und Umsetzung von Projekten – Elektroniker/innen lesen und interpretieren auf dem Bildschirm dargestellte Montage- und Schaltpläne. Sie zeichnen mithilfe von Computerprogrammen Schemata, Vorlagen (Layout) und Detailpläne. Darüber hinaus prüfen und simulieren sie die entwickelten Schaltungen. Sie programmieren Mikroprozessoren, mit denen die elektronischen Funktionen von Apparaten gesteuert werden.

Fertigung und Prüfung – Elektroniker/innen montieren elektronische Schaltungen und Apparate. Sie verlöten, verdrahten und montieren die einzelnen Bauteile und setzen diese in ein Gehäuse ein. Sie stellen die Funktionstüchtigkeit von Systemen sicher, indem sie im Rahmen wiederholter Prüfungen Messungen vornehmen. Elektroniker/innen prüfen und überwachen Apparate unter verschiedenen geplanten Einsatzbedingungen. Darüber hinaus erstellen sie die für die Fertigung benötigten technischen Dokumente. Schliesslich gewährleisten sie die Schnittstellenverbindung zwischen den Steuerelementen und den Überwachungsbauteilen.

Inbetriebnahme und Wartung – Elektroniker/innen können technische Dokumente, in denen elektronische Systeme, Apparate oder Installationen beschrieben werden, lesen und interpretieren. Sie entscheiden über Anschlüsse, Verfahren und den Ablauf der Inbetriebnahme. Darüber hinaus weisen sie das zuständige Personal ein und übernehmen die Instandstellung der Apparate oder Installationen. Elektroniker/innen prüfen an einer Fertigungsstrasse oder direkt beim Kunden die Funktionstüchtigkeit von Anlagen, um Fehler zu erkennen und zu beseitigen. Sie beteiligen sich darüber hinaus daran, Apparate umzubauen oder Installationen zu erweitern. Schliesslich warten und reparieren Elektroniker/innen Material und Maschinen in der Werkstatt oder beim Kunden.

Ausbildungsangebot 2014 Informationen für Bewerber/innenAntrag auf Einschreibung für das Ausbildungsjahr 2014/2015

Zulassungsvoraussetzungen

  • Abschluss der obligatorischen Schulpflicht, Abschlusszertifikat im allgemeinen (Profil B oder Sekundarschule) oder im vorgymnasialen Bereich (Profil A oder Gymnasium)
  • erfolgreiches Bestehen des Auswahlverfahrens gemäss den folgenden Kriterien:
    • praktische Arbeit und persönliches Gespräch (auf Einladung)
    • Eignungstest «Basic-Check» (gratis für den/die Bewerber/in, auf Einladung; wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein Eignungstest «Basic-Check» bzw. «Multi-Check» durchgeführt, kann dieser akzeptiert werden)
    • Noten des achten Schuljahres oder Abschluss der obligatorischen Schulpflicht

Anforderungen

Elektroniker/innen sollten sich im Allgemeinen für Wissenschaft und Technik interessieren. Sie sollten darüber hinaus folgende Eigenschaften besitzen:

  • Fähigkeit, sich an neue Technologien anzupassen
  • Teamfähigkeit
  • Fähigkeit, Probleme zu analysieren und zu lösen
  • Verstehen von abstrakten Zusammenhängen
  • Fähigkeit zum selbstständigen und logischen Denken
  • Geduld und Ausdauer
  • Fähigkeit, Farben korrekt wahrzunehmen
  • Freude an genauer und sorgfältiger Arbeitsweise

Aufbau des Bildungsgangs

Gemäss der geltenden Verordnung über die berufliche Grundbildung setzt sich der Bildungsgang «Elektroniker EFZ / Elektronikerin EFZ» aus einer zweijährigen Basisausbildung und einer darauf aufbauenden zweijährigen Schwerpunktausbildung zusammen.

Während der Basisausbildung sollen insbesondere die folgenden grundlegenden und erweiterten beruflichen Handlungskompetenzen vermittelt werden:

  • Frontplatten, Gehäuse und andere einfache mechanische Teile fertigen (b1)
  • Schaltungen und Geräte fertigen und in Betrieb nehmen (b2)
  • Schaltungen in Betrieb nehmen, messen, justieren und anpassen (b3)
  • einfache Mikrocontroller-Programme entwickeln (b4)
  • Leiterplatten unter Anleitung entwickeln (e2)

Im dritten Lehrjahr erwirbt der/die angehende Elektroniker/in zwei Schwerpunktkompetenzen:

  • Leiterplatten entwickeln (s3)
  • Software entwickeln (s6) 

  • Im vierten Lehrjahr wird die praktische Komponente des Ausbildungsgangs gefördert. Dieser praktische Ausbildungsteil, der unter der Leitung der ergonPRO-Abteilung vorgenommen wird, besteht aus zwei einsemestrigen Praktika, die es den angehenden Elektroniker/innen ermöglichen, im Rahmen der beruflichen Erprobung zwei weitere Handlungskompetenzen der Schwerpunktausbildung zu erwerben. Die beruflichen Erfahrungen können dabei entweder durch ein Praktikum in der ergonPRO-Abteilung gesammelt werden, während dessen ein Projekt für einen externen oder internen Kunden umgesetzt wird, oder aber durch ein Betriebspraktikum, das im In- oder Ausland absolviert werden kann. Welche Handlungskompetenzen der Schwerpunktausbildung während dieser Praktika vermittelt werden, hängt von den jeweiligen Projekten bzw. vom Spezialgebiet des Unternehmens ab, in dem das Praktikum absolviert wird:

  • Projekte planen und überwachen (s1)
  • Prototypen entwickeln (s2)
  • Leiterplatten entwickeln (s3) > Wiederholung aus dem dritten Ausbildungsjahr
  • Machbarkeit abklären (s4)
  • Testkonzepte erstellen und Tests durchführen (s5)
  • Software entwickeln (s6) > Wiederholung aus dem dritten Ausbildungsjahr
  • Fertigungsaufträge abwickeln (s7)
  • Funktions- und Qualitätskontrollen durchführen (s8)
  • Prüfeinrichtungen planen, realisieren und dokumentieren (s9)
  • Produktion mikrotechnischer Produkte überwachen (s10)
  • Geräte und Anlagen instand halten (s11)
  • Ausbildungssequenzen planen, durchführen und auswerten (s12)

Wird das Praktikum im Ausland absolviert, wird auch die Entwicklung der sprachlichen Kompetenzen angestrebt.

Berufsaussichten/Berufsleben

Elektroniker/innen können beispielsweise in der Maschinenbranche mitwirken, sich an der Fertigung von Überwachungs- und Messeinrichtungen (Medizin, Uhrenindustrie, Fahrzeugtechnik) beteiligen oder in Laboratorien, Telekommunikations- und Wartungszentren, an Flughäfen, in Krankenhäusern und Banken usw. arbeiten. Dabei können sie auch verantwortungsvolle Positionen bekleiden: als Werkstatt- oder Betriebsleiter/in oder als Installateur/in.

Weiterbildung

  • Prozessfachmann/Prozessfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis
  • Dipl. Techniker/in HF Elektrotechnik, Dipl. Techniker/in HF Telekommunikation oder Dipl. Techniker/in HF Technische Informatik, berufsbegleitend oder als Vollzeitangebot
  • Dipl. Techniker/in HF Unternehmensprozesse und Logistik
  • Tontechniker mit eidgenössischem Fachausweis, berufsbegleitend
  • Bachelor und Master of Science HES-SO in Elektrotechnik, in Telekommunikation, in Informatik, in Mikrotechnik, in Elektronik und Kommunikationssysteme, berufsbegleitend oder als Vollzeitangebot
  • Dipl. Vorarbeiter, Dipl. Industriemeister/in, berufsbegleitend oder als Vollzeitangebot

Eidgenössische Fachausweise und Diplome

Verwandte Berufe:

Häufig gestellte Fragen zum Ausbildungslehrgang (FAQ)

Kann ich die Ausbildung zum Elektroniker bzw. zur Elektronikerin auch belegen, ohne an den Kursen der technischen Berufsmaturität teilzunehmen?
Ja, das ist möglich. Wir empfehlen unseren Studenten jedoch, bereits ab dem ersten Semester an den Kursen der Berufsmaturität (BM) teilzunehmen. Nach erfolgreichem Abschluss des ersten Semesters kann auf die BM-Kurse verzichtet werden. Die Lernenden halten sich auf diese Weise jedoch die Möglichkeit offen, an den Kursen zur erweiterten Allgemeinbildung, insbesondere für die Sprachen S2 (Deutsch) und S3 (Englisch), teilzunehmen.

Habe ich eine Chance, den Beruf zu ergreifen, wenn ich die Basisanforderungen (BA) im Rahmen der Orientierungsstufe (OS) erworben habe?
Ja, das ist möglich. Sie müssen in diesem Fall jedoch hoch motiviert sein und viel Eigeninitiative mitbringen, um Ihre Fähigkeiten im Bereich der Mathematik weiterzuentwickeln. Diese Regelung bleibt nach wie vor eine Ausnahme!

Kann ich mit einer betrieblichen Ausbildung beginnen und anschliessend eine Ausbildung in der ergonEMF-Abteilung absolvieren?
Grundsätzlich nein, da die Ausbildungsprogramme einen sehr spezifischen Aufbau haben (modularer Aufbau an der EMF).

Wie muss ich vorgehen, wenn ich einem Lernenden im vierten Ausbildungsjahr ein Praktikum in meinem Unternehmen anbieten möchte?
Super! Ganz gleich, ob Ihr Unternehmen eine Ausbildungsberechtigung besitzt oder nicht, setzen Sie sich bitte unbedingt mit uns in Verbindung, damit wir Ihr Angebot prüfen können!

Kann ich Ihnen ein Angebot für einen Projektauftrag unterbreiten?
Bitte setzen Sie sich ganz schnell mit uns in Verbindung! Wir untersuchen Ihr Projekt gemeinsam mit Ihnen, um zu entscheiden, ob es mit unserer ergonPRO-Ausbildung vereinbar ist.

Zukunftsaussichten

Die Mehrheit der Teilnehmer/innen des Bildungsgangs «Elektroniker EFZ / Elektronikerin EFZ» (95%) absolviert diese Lehre, um Ingenieur/in zu werden, was dafür sorgt, dass der Arbeitsmarkt sehr offen ist. In der französischen Schweiz sind Unternehmen aufgrund der fehlenden Fachkräfte auf dem Schweizer Markt häufig sogar gezwungen, Grenzgänger einzustellen.

Den angehenden Fachkräften bietet sich also ein breit angelegtes Spektrum an vielfältigen Tätigkeiten.